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Der Dumme ist immer der Mann Alles begann im Paradies. Als Gott der Herr sprach: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei", ahnte er nicht, dass diese Überlegung zu einer unbeherrschbaren Kettenreaktion mit verheerenden Folgen führen würde.
 
Schon die erste Tat, mit der er sein gut gemeintes Vorhaben umzusetzen begann, die Erschaffung der Gehilfin, die um den Menschen sein sollte, brachte sofort mehr Probleme mit sich, als dem Allmächtigen lieb sein konnte. Bewies sie doch kurzerhand, dass sogar der Allmacht Gottes enge Grenzen gesetzt sind, sobald ein weibliches Wesen ins Spiel kommt (besonders wenn man diesem auch noch Requisiten wie Äpfelchen und Schlangen zur Verfügung stellt).
 
Nachdem Gott diese (sehr verfrühte) Büchse der Pandora einmal geöffnet hatte, schaffte er es nicht, sie wieder zu schließen. Lots Weib, Delila, Salome, Xanthippe, Alice Schwarzer, Sahra Wagenknecht und Ursula von der Leyen: Die Liste der weiblichen Wesen, die sich Gottes Plänen einer Gehilfin widersetzten und damit nicht nur dem Allmächtigen, sondern auch ihren jeweiligen Zeitgenossen erheblichen Kummer bereiteten, ist schier endlos. Verhindern konnte der Herr im Himmel alle diese Unbotmäßigkeiten nicht, nur anschließend Strafen verhängen (was zumindest bei Alice Schwarzer, Sahra Wagenknecht und Ursula von der Leyen noch aussteht, entweder kommt da noch etwas oder - was wahrscheinlicher ist - der Allmächtige hat mittlerweile resigniert und das Strafen aufgegeben).
 
Damit wären wir bei Erkenntnis Nummer eins: Gut gemeint ist auch bei Allmächtigen nicht immer gut gemacht.
 
Den zweiten Fehler beging Gott, als er den ersten beiden Menschen auftrug: "Seid fruchtbar und vermehrt euch." Natürlich hatten die zwei nichts Besseres zu tun, als das wörtlich zu nehmen und sofort zur Tat zu schreiten. Mit weitreichenden Konsequenzen, wie wir heute wissen: Da die Natur es - ob mit oder ohne Gottes Zutun, ist noch nicht abschließend geklärt - so eingerichtet hat, dass immer rund 50 Prozent aller Neugeborenen weiblich sind, ist die Erde zwangsläufig bevölkert von Schwiegermüttern, angeheirateten Tanten, Schwippschwägerinnen, besten Freundinnen, Supermarktkassiererinnen, Kolleginnen und Barbara Schöneberger. Und sie alle reden dem Mann, der ja ursprünglich einmal als Einzelgänger geschaffen wurde, ständig in seine persönlichen Dinge hinein, mischen sich ungefragt in seine ur-maskulinen Angelegenheiten, versuchen ihn zurechtzubiegen und haben ständig etwas an ihm auszusetzen.
  Was uns zu Erkenntnis Nummer zwei bringt: Mutter Natur ist ein böses Weib. Was auch sonst!
 
Allerdings - das darf nicht unerwähnt bleiben - konnte es natürlich nur soweit kommen, weil Adam selbst den entscheidenden Fehler machte. Schließlich hätte er Apfel Apfel und Eva Eva sein lassen können. Dann würde er heute noch glücklich und zufrieden im Paradies lustwandeln, gelegentlich mit den Engeln eine Runde Poker spielen und ab und an mit den Cherubim ein Gläschen Nektar schlürfen (oder was es sonst so an Cocktails im Paradies gibt). Aber nein, naiv und gutgläubig, wie er nun einmal war, musste er natürlich den Einflüsterungen seiner Liebsten folgen und ihr das Obst vom Baum holen. Anschließend, also nach der Vertreibung aus den paradiesischen Poker-Runden, durfte er sich dann vermutlich auch noch von Eva anhören, dass er ihr das ganze Leben verpfuscht habe, und das, obwohl sie ihm ihre Jugend und Schönheit und überhaupt alles andere geopfert habe.
 
Womit wir bei der dritten und entscheidenden Erkenntnis angelangt wären: Gott kann Fehler machen und Mutter Natur ist ein böses Weib - aber der Dumme ist am Ende immer der Mann!
 
Diese Geschichte ist das Vorwort zur zweiten Auflage meines Buchs "Was dachtest du denn, Schatz?". Die darin enthaltenen 24 satirischen Kurzgeschichten geben Antworten auf die drängendsten Fragen des modernen Familien- und Alltagslebens wie zum Beispiel "Was macht der Brathering auf dem Designergrill?" "Wie kommt das Katzenfutter in den Adventskalender?" "Und warum lernt die Frau meines besten Freundes pl√∂tzlich Aramäisch?" Das Buch ist in jeder Buchhandlung und als E-Book zum Beispiel bei Amazon oder Thalia erhältlich.
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